
Es war im September 2004, da beschrieb ich in der TAZ den Unsinn beim E-Learning Projekt "Neues Lernen made in Brandenburg". Verzweifelt schüttelte ich den Kopf über diese "Eigenlobklatsch-Veranstaltung" ohne Nutzen (für Anwender). Jetzt kommt dazu eine Anmerkung aus der Schweiz.
Eine erneute Auswahl nach praktischen Gesichtspunkten unter mehr als
100 LMS ist in der gegenwärtigen transparenten E-Learning-Szene nutzlos
und überflüssig.
Hätte der Projektträger eine Ausschreibung gemacht,
wären sicherlich kostenfreie Lösungen angeboten worden - durch die
überregionale Projektwirkung und begleitenden Dienstleistungen kommt
der Anbieter
dann auch zu Einnahmen. Und in Brandeburg gibt es bereits
Lernplattformen, die wegen geringer Auslastung langsam verschwinden.
Nein, da Frauenhofer schon mit ... vertraut (und natürlich kompetent)
ist, steht nach der "Beurteilungsphase" wieder eine Plattform bereit.
Nur das "neue Lernen made in Brandenburg" ist noch
nicht vorhanden!? Klar, kommt noch! Wann?
Auf dem Podium klatschte die
Politik über die enorme Leistung - und keiner geht danach mehr hin! Wenn ich noch richtig informiert bin, müssten es Welche Wirkung
hätte erreicht werden können, wenn Kurse für KMU zum Thema "Keine Angst
vor den neuen EU-Ländern, es ist eine Chance" oder "Wie gründe ich in
Polen eine GmbH" oder "Tourismus in Brandenburg" gezeigt worden wären?
Kein neues Lernen, sondern einfach das gleiche abgestandene
Wasser zum wiederholten Mal aufgekocht bringt keinen Schub. Aus den
Traditionen dieses Bundeslandes, kombiniert mit einer weltoffenen
Herangehensweise an die neuen Herausforderungen - und alles gestaltet
mit modernen Lehr- und Lernmethoden hätte ein wirkliches Aufbruchsignal
werden können.
Stattdessen traurige Realitäten überall, eben Projektgeschäft, ein endloses Jammern über die schwierige Situation am Bildungsmarkt. Die Bildungsträgerunternehmen
müssen sich nun endlich einem Markt stellen, bisher hatten sie nämlich
keinen - sie bekamen Kurse und Lehrgänge zugeteilt. Jetzt gibt es
nichts mehr von der AAgentur und sie fragen sich: Wie komme ich zu
neuen Kunden?
Hier die einfache Antwort: Kunden sind genügend vorhanden
(mindestens 60% der Berufstätigen haben im vergangenen Jahr keine
Weiterbildung besucht). Diese brauchen aber felxible
Bildungsdienstleister an ihrer Seite, mit allen Lehr- und Lernmiteln
ausgestattet, innovativ, regional und modern.
Jetzt gibt es als Ergebnis immerhin wieder einen ViA Brandeburg,
natürlich mit den Inhalten anderer Anbieter (z.B. TEIA). Das ist ja
nicht schlimm - die Frage ist nur, warum sollte ich den Kurs nicht
gleich direkt buchen? Werde ich in Brandeburg noch mit regionalen
Besonderheiten, Communitys oder Netzwerken verbunden? Bekomme ich z.B.
eine Gastmitgliedschaft im Potsdamer Marketingclub, wenn ich einen Kurs
zu "Marketing im Mittelstand" besucht habe? Wäre eine tolle Idee, aber
dafür gibt es kein Projektgeld. Und wir stehen wieder am Anfang:
Gebt
das viele Geld doch den Anwender oder Dienstleistern, die wirklich vor
Ort beraten, motivieren, anleiten und netzwerken und nicht für einen
Projektträger (was trägt der denn?).